Kühlgeräte für die Gastronomie richtig auswählen: Ratgeber
Das richtige Kühlgerät für Ihren Betrieb wählen Sie von der Speisekarte aus, nicht aus dem Katalog. Legen Sie zuerst fest, was Sie bei welcher Temperatur lagern. Rechnen Sie dann aus, wie viel davon zwischen zwei Lieferungen anfällt und wo die Köchin oder der Koch während des Service danach greift. Erst am Ende prüfen Sie Anschlussleistung, Raumbedingungen und Service. In diesem Ratgeber gehen wir diese Schritte der Reihe nach durch: Gerätetypen, Temperaturzonen, Kapazität in GN-Behältern, Anforderungen an Strom, Hygiene und Recht. Am Ende erhalten Sie eine Checkliste für das Gespräch mit dem Lieferanten. Bevor Sie die ersten Modelle vergleichen, beantworten Sie drei Fragen. Sie entscheiden darüber, wie viele Geräte Sie kaufen, welchen Typs und wo sie stehen. Was lagern Sie? Listen Sie die Produktgruppen auf: Fleisch und Wurst, Fisch, Milchprodukte, Gemüse, eigene Vorprodukte, Desserts, Getränke, Tiefkühlware. Eine Pizzeria braucht viel Platz für Käse, Soßen und Teiglinge. Eine Bar kühlt vor allem Getränke und Zutaten. Ein Caterer muss fertige Portionen vor der Auslieferung lagern. Eine Schul- oder Heimküche arbeitet mit großen Chargen, die in einem Durchgang produziert werden. Wie oft werden Sie beliefert? Ein täglich belieferter Betrieb braucht weniger Kapazität als einer, der zweimal pro Woche bestellt. Rechnen Sie mit der längsten Pause zwischen zwei Lieferungen, also meist mit dem Wochenende, nicht mit einem durchschnittlichen Tag. Wo wird das Produkt während des Service gebraucht? Diese Frage wird am häufigsten übersehen, beeinflusst aber den Arbeitskomfort am stärksten. Der Lagerbestand kann im Kühlschrank im Lager stehen. Was die Köchin oder der Koch jede Minute braucht, gehört in einen Kühltisch oder Kühlaufsatz direkt an der Station. Jeder Weg durch die Küche zur Stoßzeit kostet Zeit und bedeutet häufigeres Öffnen des großen Kühlschranks, also schlechtere Temperaturen im Inneren. Auf dieser Grundlage zeichnen Sie einen einfachen Plan: Lagerzone, Produktionszone, Ausgabe und gegebenenfalls eine Präsentationszone für Gäste. Jedes der folgenden Geräte hat seinen Platz im Betrieb. In der Praxis kombinieren die meisten Restaurants mindestens drei Typen. Der Kühlschrank ist die erste Anschaffung in fast jeder Küche. In Profiversionen sind die Führungsschienen auf GN-Maße abgestimmt, sodass das Produkt im selben Behälter vom Kühlschrank auf den Tisch und in den Kombidämpfer wandert. Ein eintüriger Kühlschrank reicht einem kleinen Café, ein zweitüriger ist die typische Wahl für ein Restaurant. Bei zwei Temperaturzonen lohnen sich zwei kleinere Geräte statt eines großen: Fällt eines aus, steht nicht die ganze Küche still. Der Kühltisch verbindet Arbeitsfläche und gekühlten Stauraum. An der Warmküche hält er Fleisch- und Fischportionen bereit, an der kalten Linie Soßen und Gemüse. In der Pizzeria ist der Tisch mit Kühlaufsatz für GN-Behälter das Zentrum der Station: Käse, Tomaten und Beläge liegen griffbereit, der Teig wartet in den Schubladen darunter. Wenn Sie Fonds, Soßen, Gulasch oder Sous-vide-Fleisch für mehrere Tage produzieren, sollten heiße Speisen nicht im normalen Kühlschrank abkühlen. Sie erwärmen den Innenraum und benachbarte Produkte und durchlaufen selbst lange den Temperaturbereich, in dem sich Bakterien vermehren. Der Schockkühler erledigt das in einem kontrollierten Zyklus mit Kerntemperaturfühler. Für Caterer und Großküchen ist er in der Praxis meist unverzichtbar, auch wenn er nicht ganz oben auf der Einkaufsliste steht. Wenn im Lager drei oder vier Kühlschränke stehen und Lieferungen in Kisten und auf Paletten kommen, ist es Zeit, eine Kühlzelle zu kalkulieren. Hier ist die Auswahl eine Planungsaufgabe: Sie beginnt mit der Kühllastberechnung, nicht mit dem Gerätekatalog. Entscheidend sind Isolierung, Menge und Temperatur der eingebrachten Ware, Beleuchtung, Personen, die die Zelle betreten, und die Temperatur des Raums, in dem das Aggregat steht. Eine solche Anlage plant und nimmt ein Kältefachbetrieb in Betrieb. Unterschiedliche Produkte haben unterschiedliche Anforderungen, deshalb ist ein Plan der Temperaturzonen wichtiger als die reine Kapazität. Typische Beispielbereiche in der Gastronomie: Fleisch, Eier und Obst bei 2–4 °C, frischer Fisch bei 0–2 °C, Fleisch- und Fischerzeugnisse bei 6–8 °C. Für einige Produkte legt das EU-Recht Höchsttemperaturen fest. Nach der Verordnung (EG) Nr. 853/2004 gelten unter anderem: Hackfleisch höchstens +2 °C, Nebenerzeugnisse der Schlachtung höchstens +3 °C, Geflügelfleisch höchstens +4 °C, sonstiges frisches Fleisch höchstens +7 °C, und frischer Fisch nahe der Temperatur von schmelzendem Eis. Was das für die Auswahl bedeutet: Legen Sie die Temperaturbereiche für Ihre Produkte immer anhand Ihres HACCP-Konzepts und der Herstellerangaben fest. Bei Zweifeln zu einer bestimmten Produktgruppe fragen Sie eine Lebensmitteltechnologin bzw. einen Lebensmitteltechnologen oder die zuständige Lebensmittelüberwachung. Liter im Datenblatt sagen wenig. Eine Küche lagert keine Liter, sondern Behälter, Kisten und Bleche. Rechnen Sie deshalb in den Einheiten, mit denen Sie wirklich arbeiten. Nehmen wir einen Betrieb mit 50 Plätzen und kurzer Karte. In der Zone 2–4 °C werden fürs Wochenende benötigt: 6 flache GN 1/1 mit portioniertem Fleisch, 8 GN 1/2 mit Vorprodukten und 12 GN 1/4 mit Soßen und Beilagen. Umgerechnet in „volle 1/1-Plätze“ ergibt das 6 + 4 + 3 = 13 Positionen. Mit rund 30 % Reserve sind es 17 Positionen. Wenn die Schienenabstände im Kühlschrank erlauben, flache Behälter dichter und tiefe weiter auseinander zu stellen, prüfen Sie das vor der Bestellung auf der technischen Zeichnung des Modells. Dazu kommt ein Kühltisch an der Linie mit einem zweiten Satz Behälter für den laufenden Service. Denken Sie an die Höhe der Behälter. Ein tiefer GN-Behälter 1/4 mit 200 mm Höhe fasst 5,5 l, braucht aber deutlich mehr Platz in der Höhe als ein flacher GN 1/4 mit 20 mm Tiefe. Wählen Sie mit dem Kühlschrank gleich das passende Set aus Behältern und Deckeln, denn diese bestimmen die tatsächliche Kapazität. Das Gerät muss die Temperatur nicht im Labor halten, sondern in Ihrer Küche, im Juli, am Freitag um 20 Uhr. Die Kälteleistung ist die Leistung, mit der das Gerät Wärme aus dem Innenraum abführt. Wie viel davon nötig ist, hängt ab von: Bei Kühlzellen und größeren Anlagen mit externem Aggregat übernimmt diese Analyse die Kälteplanung. Bei Kühlschränken und Kühltischen genügen eine ehrliche Beurteilung des Aufstellorts und ein Gespräch mit dem Lieferanten über die Prüfbedingungen des Modells. Kühlung läuft rund um die Uhr, deshalb schlägt der Unterschied im Energieverbrauch zwischen Modellen über viele Jahre auf die Stromrechnung durch. Für gewerbliche Kühlschränke gilt in der EU ein Energielabel. Vergleichen Sie den angegebenen Jahresverbrauch bei gleicher Kapazität und gleichen Prüfbedingungen. Auch der Betrieb beeinflusst den Verbrauch: saubere Verflüssiger, intakte Dichtungen, sofort geschlossene Türen und freie Luftöffnungen. Dieser Schritt überrascht neue Betreiber am häufigsten. Bevor Sie den kompletten Gerätesatz bestellen, vergleichen Sie die vertraglich verfügbare Anschlussleistung mit dem Bedarf aller Geräte. Bei höherem Bedarf kann ein Umbau des Verteilers oder der Zuleitung nötig sein, und das braucht Zeit und eine Elektrofachkraft. In der Praxis: Lassen Sie die Elektroinstallation vor der Bestellung von einem Elektrofachbetrieb prüfen, nicht erst nach der Lieferung. Das Kühlgerät ist Teil des Lebensmittelsicherheitssystems im Betrieb. Nach Anhang II der Verordnung (EG) Nr. 852/2004 müssen Flächen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, in einwandfreiem Zustand und leicht zu reinigen und erforderlichenfalls zu desinfizieren sein. Außerdem müssen geeignete Bedingungen geschaffen werden, um Lebensmittel bei der richtigen Temperatur zu halten und diese zu überwachen, und Sie müssen HACCP-Verfahren anwenden und dies nachweisen können. Übertragen auf die Geräteauswahl: Für die Aufteilung im Kühlschrank gilt: Rohes unten, Fertiges oben, alles mit Datum beschriftet. Die detaillierten Regeln für Ihren Betrieb halten Sie im HACCP-Konzept fest und stimmen sie bei Bedarf mit der Lebensmittelüberwachung Ihres Landkreises (Deutschland) bzw. der Lebensmittelaufsicht Ihres Bundeslandes (Österreich) ab. Die meisten Kühlgeräte arbeiten mit einem Kältemittel, und ein Teil davon sind fluorierte Treibhausgase, sogenannte F-Gase. Für Betreiber ist vor allem wichtig, wer an solchen Anlagen arbeiten darf. In der gesamten EU gilt die F-Gase-Verordnung (EU) 2024/573. Die Mindestanforderungen an die Zertifizierung von Personen und Unternehmen, die an solchen Anlagen und ihren Alternativen arbeiten, legt die Durchführungsverordnung (EU) 2024/2215 fest. In Deutschland ergänzt die Chemikalien-Klimaschutzverordnung die EU-Regeln, Fragen und Antworten bietet das Umweltbundesamt. In Österreich benötigen Unternehmen, die solche Arbeiten für Dritte ausführen, ein Unternehmenszertifikat für fluorierte Treibhausgase. Was das in der Praxis bedeutet: Die tägliche Pflege, also Reinigung, Temperaturkontrolle und Säubern des Verflüssigers laut Anleitung, übernimmt das Personal. Alles, was das Öffnen des Kältekreislaufs erfordert, ist Arbeit für einen zertifizierten Fachbetrieb. Bevor Sie bestellen, gehen Sie diese Liste durch: Wir sehen täglich, wie sich Restaurants, Hotels, Pizzerien, Caterer und Großküchen ausstatten. Der häufigste Fehler bei der Kühlung betrifft nicht das Gerät selbst, sondern das, was drumherum passiert. Der Betrieb kauft einen guten Kühlschrank und lagert darin Produkte in zufälligen Gefäßen, ohne Deckel, auf mehreren Ebenen gleichzeitig. Deshalb raten wir immer, Kühlung als System zu denken: Gerät, GN-Behälter, Deckel, Tabletts, Thermoboxen für den Transport. Wenn alles zu einem Standard passt, wandert das Produkt von der Lieferung in den Kühlschrank, vom Kühlschrank auf den Tisch und vom Tisch in den Ofen oder zur Ausgabe, ohne Umfüllen. Das spart Zeit und Platz und erleichtert die Ordnung, die HACCP verlangt. Genau deshalb haben wir Kühlgeräte, Gastronomiebehälter, Zubehör für Lagerung und Transport von Lebensmitteln und die übrige Ausstattung für Küche und Gastraum an einem Ort zusammengeführt. Ein neuer Betrieb kann alles in einem Zug zusammenstellen, ein erfahrener schnell ergänzen, was fehlt. Rok Bei Euronova finden Sie HoReCa-Kühlgeräte und alles, was dazu gehört: GN-Behälter in verschiedenen Größen und Tiefen, Deckel mit Dichtung, Tabletts und Thermoboxen für Lagerung und Transport von Lebensmitteln. Wir bieten wettbewerbsfähige Großhandelspreise und liefern nach Deutschland und Österreich. Starten Sie mit einem Behälterset, das zu Ihren Kühlschränken und Kühltischen passt, zum Beispiel mit dem GN-Behälter 1/2 mit 150 mm Tiefe für Gemüse und Vorprodukte. Die übrige Ausstattung finden Sie im Euronova Onlineshop für HoReCa-Ausstattung. Meist genügen ein Gewerbekühlschrank für das Lager, ein Tiefkühlschrank oder eine Tiefkühltruhe, ein Kühltisch an der Linie und ein Barkühlschrank für Getränke. Wenn Sie vorproduzieren, kommt ein Schockkühler dazu. Die genaue Zusammenstellung hängt von Karte und Lieferrhythmus ab. Die Auslegung des Aggregats beginnt mit einer Kühllastberechnung: Isolierung, Menge und Temperatur der eingebrachten Ware, Häufigkeit der Türöffnungen und Bedingungen am Aufstellort des Aggregats. Das ist Aufgabe eines Kälteplaners. Installation und Inbetriebnahme von Anlagen mit F-Gasen darf nur ein zertifizierter Fachbetrieb durchführen. Bei Produkten mit unterschiedlichen Temperaturanforderungen bieten zwei Geräte getrennte Zonen und Absicherung bei einem Ausfall. Ein großer Kühlschrank passt, wenn Sie überwiegend Produkte mit ähnlichen Anforderungen lagern. Entscheiden Sie anhand Ihrer Produktliste und des verfügbaren Platzes. Das Personal darf das Gerät reinigen, den Verflüssiger laut Anleitung säubern und Dichtungen tauschen, sofern der Hersteller das vorsieht. Arbeiten am Kältekreislauf von Geräten mit F-Gasen, etwa die Reparatur eines Lecks oder das Nachfüllen von Kältemittel, führt ein zertifizierter Fachbetrieb durch. Bewahren Sie die Dokumentation jedes Eingriffs auf. Gewerbekühlschränke und Kühltische haben Führungsschienen für GN-Behälter, daher bestimmen diese die tatsächliche Kapazität. Prüfen Sie bei der Auswahl, wie viele Behälter welcher Größe und Tiefe pro Ebene passen. Der gemeinsame Standard erleichtert außerdem den Wechsel zwischen Kühlschrank, Kühltisch und Kombidämpfer.Kühlgeräte für die Gastronomie richtig auswählen: Ratgeber

Das Wichtigste in Kürze
Inhaltsverzeichnis
Der Start: Speisekarte, Lieferungen und Arbeitsrhythmus
Arten von Kühlgeräten in der Profiküche
Gerät
Wofür
Wo es passt
Worauf achten
Gewerbekühlschrank
Lagerung von Vorräten und Vorprodukten
Lager, Küche
Führungsschienen für GN-Behälter, Zahl der Türen, leicht zu reinigender Innenraum
Tiefkühlschrank
Tiefkühlware, Eisvorrat, tiefgekühlte Vorprodukte
Lager
Abtauung, Dichtungen, Platz für die Belüftung des Aggregats
Kühltisch
Gekühlte Arbeitsfläche mit Schubladen oder Türen
Kochstation, Pizzastation
Höhe, Art der Arbeitsplatte, Schubladen für GN
Kühlaufsatz
Zutaten in GN-Behältern auf dem Tisch
Pizza, Salate, Sandwiches, Burger
Anzahl und Größe der Behälter, Abdeckung
Schockkühler
Schnelles Herunterkühlen gegarter Speisen
Vorproduzierende Küchen, Catering
Kapazität pro Zyklus, Kerntemperaturfühler
Kühlzelle
Große Vorräte, Paletten, Kisten
Hotels, große Restaurants, Catering, Kantinen
Aggregat nach Kühllastberechnung, Anlagenplanung
Kühlvitrine
Präsentation von Kuchen, Desserts, Sandwiches
Cafés, Konditoreien, Buffets
Glas, Beleuchtung, Temperatur bei häufigem Öffnen
Bar- und Unterbaukühlschrank
Getränke, Barzutaten
Bar, Café
Glas- oder Volltür, Höhe für den Unterbau
Gewerbekühlschrank: die Basis im Lager
Kühltisch und Kühlaufsatz: Kühlung dort, wo gearbeitet wird

Schockkühler: Sicherheit bei Vorproduktion
Kühlzelle: wenn Kühlschränke nicht mehr reichen
Lagertemperaturen: was gehört in welche Zone?

Benötigte Kapazität berechnen
Schritt für Schritt
Beispiel aus einem kleinen Restaurant
Kälteleistung und Betriebsbedingungen
Energieverbrauch
Strom und Installation: vor dem Kauf prüfen
Hygiene und HACCP: was das Gerät ermöglichen muss
Kältemittel und Service: Vorgaben in Deutschland und Österreich
Checkliste vor der Bestellung
Unsere Sicht auf Kühlung im Betrieb
Kühlung und Lagerung aus einer Hand
Häufige Fragen
Welche Kühlgeräte braucht ein kleines Restaurant?
Wie wählt man das Kälteaggregat für eine Kühlzelle aus?
Ist ein großer Kühlschrank besser als zwei kleinere?
Darf ich ein Kühlgerät selbst reparieren?
Warum sind GN-Behälter bei der Auswahl eines Kühlschranks wichtig?
Quellen
Empfehlungen
