Lebensmittel richtig lagern: Regeln für Gastronomie und Küche
In einer gewerblichen Küche lagern Sie Lebensmittel dann richtig, wenn jedes Produkt bei seiner Temperatur liegt, abgedeckt und mit Abstand zum Boden steht, roh und zubereitet strikt getrennt sind und die ältere Ware zuerst verbraucht wird. Dazu kommt die Kontrolle: Kühl- und Tiefkühltemperaturen werden regelmäßig gemessen und schriftlich festgehalten. Dieser Leitfaden zeigt, welche Werte für Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Feinkost gelten, wie ein Kühlraum sinnvoll eingeräumt wird, wie Sie Speisen sicher abkühlen und heiß halten und welche Behälter den Alltag im Restaurant, Hotel, Café oder in der Gemeinschaftsverpflegung leichter machen. Ob Trockenlager, Kühlzelle oder Tiefkühltruhe: Ein paar Regeln gelten überall. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen fasst sie so zusammen: Lebensmittel werden abgedeckt gelagert, vor direkter Sonne geschützt und haben keinen direkten Bodenkontakt. Kisten mit Gemüse, Getränkekartons oder Säcke mit Mehl gehören also auf Regale, Paletten oder Rollwagen, nie auf die Fliesen. Die IHK-Information zur Lebensmittelhygiene in der Gastronomie ergänzt drei Punkte, die im Küchenalltag am häufigsten schiefgehen: Auch was nicht gegessen wird, braucht seinen Platz. Das Merkblatt der Berliner Veterinär- und Lebensmittelaufsicht zur Einrichtung gewerblicher Küchen verlangt, Küchenabfälle in verschließbaren Behältern zu sammeln und so schnell wie möglich aus den Arbeitsräumen zu bringen. Reinigungsmittel und -geräte bekommen eine eigene, geschlossene Abstellmöglichkeit, getrennt von allen Lebensmitteln. Wer eine Küche neu plant oder umbaut, stimmt die Unterlagen laut demselben Merkblatt am besten vorab mit der zuständigen Lebensmittelüberwachung ab, damit reiner und unreiner Bereich von Anfang an sauber getrennt sind. Der wichtigste Hebel für Sicherheit und Haltbarkeit ist die Temperatur. Der Leitfaden zur Hygieneschulung der Stadt Bonn für Küchen in Schulen und Kitas staffelt die Höchstwerte nach Produkt. Sie sind auch für Restaurant- und Hotelküchen eine verlässliche Orientierung: Die Grenze von höchstens −18 °C für Tiefkühlware bestätigt auch das Merkblatt der Landwirtschaftskammer NRW zu Lagerung und Temperaturanforderungen. Geben die Hersteller auf der Verpackung strengere Werte an, gelten diese. In kleineren Betrieben teilen sich Fisch, Fleisch und Molkereiprodukte oft eine einzige Kühlzelle. Dann richtet sich die Einstellung nach dem empfindlichsten Produkt. Der Maschinenbauverband VDMA weist in seinem Merkblatt zu Kühl- und Tiefkühlräumen darauf hin, dass die Lagertemperatur bei gemischter Belegung nach dem Produkt mit der strengsten Anforderung ausgelegt werden muss. Liegt also Frischfisch neben Käse, gilt für den ganzen Raum der Fischwert. Lang haltbare Vorräte brauchen keinen Strom, aber gute Bedingungen: kühl, trocken, gut belüftet und dunkel. Feuchtigkeit macht Mehl klumpig und fördert Schimmel, Wärme lässt Öle und Nüsse ranzig werden. Angebrochene Säcke füllen Sie am besten in dicht schließende Behälter um und beschriften sie mit Produkt und Öffnungsdatum. So bleiben Schädlinge draußen, und jeder im Team sieht auf einen Blick, was zuerst verbraucht wird. Eine feste Reihenfolge im Regal verhindert, dass Fleischsaft oder Tauwasser auf verzehrfertige Speisen tropft. In der Praxis hat sich dieses Schema bewährt: Achten Sie außerdem auf Luft. Ein bis zum letzten Zentimeter vollgestellter Kühlraum kühlt ungleichmäßig, weil die kalte Luft nicht zirkulieren kann. Lassen Sie Abstand zu Wänden und Verdampfer und stellen Sie Behälter nicht direkt vor das Gebläse. Die kritischen Momente liegen selten im Lager selbst, sondern davor und danach: bei der Warenannahme, beim Abkühlen frisch gekochter Speisen und bei der Ausgabe. Kühlware wird bei der Anlieferung sofort geprüft und ohne Umweg eingeräumt. Kartons mit Joghurt, die eine halbe Stunde im Flur stehen, haben die Kühlkette schon unterbrochen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) betont, dass eine Unterbrechung der Kühlkette vor allem bei Lebensmitteln zu vermeiden ist, die nach der Wärmebehandlung leicht wieder verkeimen können, etwa Brühwurstaufschnitt oder Weichkäse. Was nach dem Kochen gelagert werden soll, muss schnell herunter. Laut Landwirtschaftskammer NRW erfolgt das Abkühlen warmer Speisen auf Lagertemperatur so schnell wie möglich, innerhalb von höchstens 120 Minuten. Ein großer Topf Gulasch schafft das im Kühlraum allein nicht. Diese Wege helfen: Für Buffet, Bankett und Ausgabetheke gilt der umgekehrte Fall. Der Bonner Hygieneleitfaden nennt für erhitzte Speisen bis zur Ausgabe mindestens 65 °C. Das BfR empfiehlt beim Heißhalten, dass alle Stellen eines Produkts mindestens 60 °C erreichen. Messen Sie deshalb nicht nur am Rand, sondern im Kern, und planen Sie mit dem höheren Wert als Sicherheitspuffer. Wer unsicher ist, wie lange eine bestimmte Speise warm gehalten werden darf, klärt das im Rahmen des eigenen HACCP-Konzepts mit der Lebensmittelüberwachung vor Ort. Ordnung im Lager ist kein Selbstzweck. Das Umweltbundesamt empfiehlt in seinem Factsheet für Küchenpersonal eine systematische Warenlagerung nach dem FIFO-Prinzip, First In, First Out, und zeigt, dass eine gut organisierte Lagerung hilft, Lebensmittel vollständig zu nutzen und weniger wegzuwerfen. So setzen Sie FIFO im Alltag um: Gerade vor Feiertagen und Festmenüs, wenn viel vorproduziert wird, zahlt sich dieses System aus. Wie man Vorbereitung und Reihenfolge der Komponenten plant, zeigen diese Tipps zum Vorkochen für die Feiertage. Der Grundgedanke passt auch für die Profiküche: früh planen, portionieren, beschriften und in der Reihenfolge verbrauchen, in der produziert wurde. Zwei Angaben auf der Verpackung werden oft verwechselt, dabei bedeuten sie Unterschiedliches. Laut Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) müssen fast alle verpackten Lebensmittel entweder ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder ein Verbrauchsdatum tragen. Für die Gastronomie gilt eine zusätzliche Regel aus dem Bonner Hygieneleitfaden: Sobald eine Packung geöffnet ist, gilt das MHD nicht mehr. Ab dann entscheidet Ihr eigenes Etikett mit Öffnungsdatum, wie lange das Produkt noch eingesetzt wird. Legen Sie diese Fristen je Produktgruppe im Team fest, schreiben Sie sie auf und hängen Sie die Liste gut sichtbar in die Küche. Richtige Einstellungen helfen nur, wenn sie auch stimmen. Die Landwirtschaftskammer NRW hält fest, dass die Einhaltung der Kühltemperaturen kontrolliert und dokumentiert werden muss. Ein praktikabler Ablauf: Diese Daten sind nicht nur für die Lebensmittelkontrolle wichtig. Jeder verdorbene Karton taucht im Wareneinsatz auf. Wie sich die Kosten für Lebensmittel im Betrieb berechnen und im Griff behalten lassen, erklärt ein Beitrag zum Food Cost im Hotel. Saubere Temperaturprotokolle und ein geordnetes Lager sind dabei zwei der einfachsten Stellschrauben. Gute Lagerung beginnt beim Behälter. Er soll dicht schließen, sich leicht reinigen lassen, stapelbar sein und in Regale, Kühltische und Ausgabestationen passen. In Profiküchen hat sich deshalb das Gastronorm-System durchgesetzt: Behälter in genormten Größen wie 1/1, 1/2 oder 1/3 lassen sich vom Kühlraum über den Kombidämpfer bis zur Buffettheke verwenden, ohne umzufüllen. Jeder Umfüllschritt weniger bedeutet weniger Kontakt, weniger Zeit außerhalb der Kühlung und weniger Abwasch. Für die Lagerung zählen außerdem: Bei Euronova finden Sie, was Sie für eine geordnete Lagerung und Ausgabe brauchen: GN-Behälter aus Porzellan in Größe 1/1, dazu die passenden Formate GN 1/2 und GN 1/3, die vom Kühlraum direkt auf das Buffet gehen können. Für das Abdecken und Einschlagen gibt es unser Sortiment an Frischhaltefolien und Lebensmittelpapier, für Portionen und Dips die Fingerfood-Schälchen mit Deckel, und wer Speisen außer Haus gibt, findet passende Verpackungen für Essen zum Mitnehmen. Ab 175 € Bestellwert liefern wir versandkostenfrei, und als Neukunde erhalten Sie einen Willkommensrabatt von 15 Prozent. Das gesamte Sortiment für Küche, Lager und Service sehen Sie im Euronova-Shop für HoReCa-Ausstattung. Wenn wir mit Küchenchefs, Hoteleinkäufern und Küchenleitungen aus Schulen oder Pflegeheimen sprechen, geht es selten um die Frage, ob sie die Regeln kennen. Die Temperaturen hängen in fast jeder Küche an der Wand. Schwierig wird es im Alltag, wenn um 12 Uhr der Service läuft und niemand Zeit hat, einen Topf umzufüllen oder einen Behälter ohne Deckel zu suchen. Deshalb sind wir überzeugt, dass gute Lagerung bei der Ausstattung beginnt. Wer genug Behälter in einheitlichen Größen hat, mit passenden Deckeln, Folie und Etiketten an einem festen Platz, für den wird die richtige Handgriff zum einfachsten. Ein Gastronorm-System, das vom Kühlraum bis zur Ausgabe reicht, spart Wege, Abwasch und Diskussionen im Team. Unser Rat: Gehen Sie einmal mit offenen Augen durch Ihr Lager. Wo steht etwas offen, wo fehlt ein Deckel, wo wird umgefüllt, nur weil der Behälter nicht passt? Genau dort lohnt sich die Investition. Mit unseren Fachbeiträgen und einem Sortiment, das von Kochgeschirr über Lebensmittelaufbewahrung bis zur Buffetausstattung reicht, möchten wir Ihnen genau diese Beschaffung leicht machen. Rok Das hängt davon ab, was darin liegt. Für Frischfisch gelten unter +2 °C, für Geflügel und Hackfleisch unter +4 °C, für Fleisch und Wurst unter +7 °C und für Molkereiprodukte unter +8 °C. Bei gemischter Belegung richten Sie die Temperatur nach dem empfindlichsten Produkt aus. Ungeöffnete Ware ist nach dem MHD nicht automatisch verdorben, muss aber vor dem Einsatz sorgfältig geprüft werden. Bei geöffneten Packungen gilt das MHD nicht mehr, dann zählt Ihr eigenes Öffnungsdatum. Produkte mit Verbrauchsdatum, etwa Hackfleisch, dürfen nach diesem Tag nicht mehr verwendet werden. Warme Speisen sollen so schnell wie möglich, spätestens innerhalb von 120 Minuten, auf Lagertemperatur gebracht werden. Am besten gelingt das in flachen Behältern, im Eiswasserbad oder mit einem Schockkühler. Danach kommen sie abgedeckt und beschriftet in die Kühlung. Die Kühltemperaturen müssen regelmäßig kontrolliert und dokumentiert werden. Bewährt hat sich mindestens eine Messung täglich, in vielen Betrieben zu Beginn und am Ende jeder Schicht. Wie oft genau, legen Sie in Ihrem HACCP-Konzept fest. Rohes Fleisch, Geflügel und Fisch gehören in dichten Behältern auf die untere Ebene, getrennt von zubereiteten Speisen. So kann kein Fleischsaft auf verzehrfertige Lebensmittel tropfen. Zubereitete Speisen stehen abgedeckt im oberen Bereich. Landwirtschaftskammer NRW: Lagerung und Temperaturanforderungen Stadt Bonn: Leitfaden zur Hygieneschulung für Küchen in Schulen und Kitas IHK: Lebensmittelhygiene, Informationen für die Gastronomie Veterinär- und Lebensmittelaufsicht Berlin-Mitte: Merkblatt Einrichtung gewerblicher Küchen VDMA: Merkblatt Kühl- und Tiefkühlräume BfR: Schutz vor lebensmittelbedingten Erkrankungen beim Heißhalten von Speisen Umweltbundesamt: Factsheet Modern storage for caterers and kitchen staff BVL: Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum BVL: Glossar VerbrauchsdatumLebensmittel richtig lagern: Regeln für Gastronomie und Küche

Kurz gesagt
Inhaltsverzeichnis
Die Grundregeln für jedes Lager
Lagertemperaturen nach Produktgruppe
Produktgruppe
Lagertemperatur
Typischer Lagerort
Frischfisch
unter +2 °C
kältester Bereich der Kühlzelle, auf Eis oder im Fischkühlschrank
Geflügel, Hackfleisch
unter +4 °C
untere Regalebene, eigener Behälter
Fleisch, Wurstwaren
unter +7 °C
Fleischkühlung oder untere Ebene
Feinkost (Salate, Dressings, Aufschnitt)
+2 bis +7 °C
mittlere Ebene, abgedeckt
Molkereiprodukte
unter +8 °C
mittlere Ebene
Tiefkühlprodukte
−18 °C oder kälter
Tiefkühlzelle oder -truhe
Was tun, wenn ein Kühlraum gemischt belegt ist?
Trockenlager für Mehl, Reis, Nudeln und Konserven

So räumen Sie Kühlschrank und Kühlzelle ein
Abkühlen, Heißhalten und die Kühlkette
Warenannahme
Abkühlen gekochter Speisen
Heißhalten bis zur Ausgabe

FIFO, Etiketten und klare Datierung
Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum
Temperaturen kontrollieren und dokumentieren
Die richtigen Behälter für Lager und Ausgabe
Unsere Sicht: Ordnung im Lager ist eine Ausstattungsfrage
Häufige Fragen
Wie kalt muss ein Kühlschrank in der Gastronomie sein?
Darf ich Lebensmittel nach Ablauf des MHD noch verwenden?
Wie schnell müssen gekochte Speisen abgekühlt werden?
Wie oft muss ich die Temperaturen kontrollieren?
Wo lagere ich rohes Fleisch im Kühlraum?
Quellen
Empfehlungen
